1:2-Pleite, zu Hause, gegen den 1. FC Heidenheim, ein Verein aus dem Dorf. „Der VfB in Trümmern“ und „Das Ende ist nah“ – so hatten Stuttgarter Medien entsetzt getitelt. „Wahnsinn, jetzt nehmen wir die drei Punkte echt mit in unser Nest“, hatte dagegen FCH-Kapitän Marc Schnatterer nach dem ersten Schwaben-Derby um Zweitliga-Zähler gestaunt. Sechs Tage später nahm VfB-Coach Jos Luhukay seinen Hut, und es übernahm erst mal sein Co. und dann Hannes Wolf. Nun kommt die Revanche. Der VfB Stuttgart rechnet als Erster mit drei Punkten Vorsprung bereits unverhohlen mit dem Wiederaufstieg, und der FCH schielt als Fünfter mindestens noch auf einen Startplatz für die Relegation. In der Partie ist also allerhand Pfeffer.

Team-Tipps VfB Stuttgart
Die Pleite im eigenen Stadion war eine Wende. Ein flammender Facebook-Post vom Fan Tobias Klecker verpasste Führung, Trainer und Mannschaft einen unverstellten Blick in die kochende Seele der Anhängerschaft und generierte über 15.000 Likes. Der frustrierte Aufsatz landete in der internationalen Sportpresse – und auch auf dem Schreibtisch der ratlosen VfB-Gewaltigen. Vielleicht hat also auch der Tobias einen Anteil. Denn unter Wolf hat sich das Team von dem Gedanken verabschiedet, es habe quasi einen gottgegebenen Anspruch auf den Wiederaufstieg. Nun kommt zur spielerischen Kompetenz auch der angemessene Einsatz, nicht immer, aber doch oft. Zuletzt gab es nach den Niederlagen gegen die Mit-Konkurrenten Hannover und Würzburg wieder mal drei Siege in Serie, gegen St. Pauli, Düsseldorf und die starken Sandhausener. Simon Terodde erzielte von den 35 Treffern seiner Mannschaft allein 14 Stück und führt die Liste der Liga-Goalgetter an. Die Fahrt nach Heidenheim kann also kommen. „Dieses Mal schlagen wir die“, ist sich Tobias aus der Kurve sicher.
 
Team-Tipps 1. FC Heidenheim
Zu Hause ist das Team eine Macht – aber auch nicht unbezwingbar. Sechs Siege, zwei Remis und zwei Niederlagen. Aber diese Bilanz dürfte im aufgeladenen Spiel auf der Ostalp am Freitag eine untergeordnete Rolle spielen. „Das ist das größte, was in Heidenheim je stattgefunden hat“, glaubt Helmut Dietterle, in den 70ern Profi beim VfB und später ein Jahr Trainer beim FCH. Die Heimelf wird aus ihrer stabilen Defensive heraus vor allem mit Kampfkraft und unermüdlichen Einsatz dem in Sachen Spieltechnik sicher überlegenen Gast in die Suppe spucken wollen. Und vielleicht haut ja Topscorer Schnatterer, bisher siebenmal erfolgreich, auch gegen den VfB ein Ding raus. Noch mal dem VfB drei Punkte klauen …
 
Mögliche Aufstellungen
1.FC Heidenheim: Müller, Strauß, Wahl, Wittek,Theuerkauf, Titsch-Rivero, Griesbeck, Skarke, Schnatterer, Kleindienst, Verhoek
VfB Stuttgart: Langerak, Großkreutz, Baumgartl, Kaminski, Insua, Grgic, Mané, Gentner, Asano, Green, Terodde
 
Resümee
Favoriten kriegen weiche Knie, und Underdogs wachsen über sich hinaus. So ist das ja oft bei Derbys. Dennoch, der VfB wirkt unter Wolf stabilisiert und fokussiert. Mindestens für ein Pünktchen sollte das reichen.
 
 

TIPP-INFO 1.FC HEIDENHEIM – VFB STUTTGART

Spielbeginn: 17. Februar 2017, 18.30 Uhr
Stadion: Voith-Arena, Heidenheim
Liga: 2. Bundesliga
 
3-Wege-Quoten:
Tipp Sieg Heidenheim: Quote 3,10
Tipp Unentschieden: Quote 3,30
Tipp Sieg Stuttgart: Quote 2,35
 
 
Bildquelle: Lario Tus